Jeden Tag ein Bild … 365 Tage lang … und dann ?

Hallo erstmal.

Vor 8 Tagen habe ich mein Jahresprojekt erfolgreich abgeschlossen. Hier mal der Versuch ein Fazit zu ziehen.Zunächst ein wenig Statistik:

Statistik
Statistik
  • in den 365 Tagen habe ich insgesamt 16972 Fotos gemacht
  • insgesamt 238 GB. Jaja, wenn man in Raw fotografiert
  • das sind dann pro Tag durchschnittlich 46 Fotos oder 668 MByte

Wer es genauer haben will, obige Statistik gibt die durchschnittlichen Bilder pro Tag pro Monat wieder. Wie man sieht ist der Juli 2010 überdurchschnittlich – was nicht verwundert da in diesen Monat sowohl meine Hochzeit als auch die Hochzeitsreise fallen.

Was habe ich gelernt ?

Ich bin an dieses Projekt gegangen weil ich zunehmend unzufrieden mit meinen Bildern war und manchmal total frustriert war, weil mir an einem Tag so gar kein gutes Bild gelingen wollte oder ich keine Idee hatte.

  • Während dieses Jahres habe ich gelernt dass es hilft, einfach anzufangen. Nach und nach stellt sich dann schon der Spaß am Fotografieren ein, und irgendwann hat man ein Bild das besser ist als die anderen.
  • Schon bei der Aufnahme auf Details achten. Das spart hinterher viiiel Zeit. Die meisten Kameras haben auf der Mattscheibe diese Gitterlinien (außer den Profikameras … als ob Profis eingebaute Wasserwaagen hätten .. tsts). Die sind prima geeignet den Horizont oder ein Haus daran auszurichten.
  • Goldener Schnitt, Drittelregel, Diagonalregel .. funktionieren wirklich. Also, nicht immer das Motiv in die Mitte des Bildes packen. Auch mal Köpfe anschneiden. Wichtige Elemente auf die Drittelpunkte (also fast den Goldenen Schnitt) setzen. Den Blick des Betrachters durch Diagonalen führen.
  • Wegwerfen ! Von den fast 17000 Bildern sind 365 in das Projekt gewandert, also knapp 2%, die anderen 98% sind Ausschuss. OK, so ganz stimmt das nicht. Es gibt ein Schweden-Album,  ein Leipzig-Album, eines von Norwegen und wenn ich ganz viel Zeit habe auch nochmal eines von München. Dann noch die Hochzeitsbilder. Aber ich denke der Punkt ist, es ist OK wenn mal 90% Schrott sind. Nur mit Übung wird man besser und digital kostet nichts.
  • Auch zu Hause gibt es Motive. Oh ja. Mein Sammeltick und mein portables Studio das ich zu Weihnachten geschenkt bekommen habe (Danke Mama und Papa !) haben mir so manches Mal den Tag gerettet. Ich dachte anfangs, nur wenn ich tolle Motive habe kommen tolle Bilder heraus. Das ist falsch. Man muss sich nur die Zeit nehmen und mal genau gucken.
  • Perspektive ändern ! Viele Motive sehen plötzlich viel spannender aus wenn man sie aus der Froschperspektive fotografiert. Gekippte Linien im Bild erzeugen Spannung.
  • Nicht übertreiben mit dem Verkippen ! Ja, und da kommt auch schon die erste Einschränkung. Nicht immer sieht es gut aus wenn ein Haus schief steht. Vor allem nicht, wenn es in die falsche Richtung schief steht.
  • Künstliches Licht ist Dein Freund. Vor allem wenn es nicht von vorne kommt. Entfesseltes Blitzen funktioniert mit guten Systemblitzen oder Studioequipment und sieht wirklich gut aus. Auch wenn man keine Blitze dabei hat, eine oder zwei starke Taschenlampen lassen jede Ü-Ei Figur spannender aussehen. Man kann damit prima üben was man mit (z.B. Bowens) Studioblitzen nachmachen möchte.
  • Für wirklich gute Bilder braucht es Vorbereitung bzw. auch mal einen zweiten Termin. Genau. Und das ist die Hauptlehre die ich aus diesem Projekt gezogen habe. Für mich war das tägliche Fotografieren MÜSSEN teilweise neben der Arbeit nicht zu schaffen. Zumindest nicht in der Qualität wie ich es gerne hätte.

Und jetzt ?

Naja, ich werde sicher nicht aufhören zu fotografieren. Aber aus dem letzten Punkt habe ich gelernt dass ich länger brauche als die Zeit die ich neben der Arbeit am Tag zur Verfügung habe. D.h. das nächste Projekt wird wohl sowas wie ein Projekt 52 sein – ein Bild pro Woche, aber dann mit Aufgabe die zu Lösen ist.Genau. Ich rufe dann mal die liebe Fangemeinde auf sich Aufgaben auszudenken. Und die liebe Familie darf sich schonmal darauf einstellen bei dem Projekt mitzumachen ! Wie und wann müssen wir nochmal besprechen.

2 thoughts on “Jeden Tag ein Bild … 365 Tage lang … und dann ?

  1. Lieber Olaf,vielen Dank für ein Jahr mit vielen schönen Fotos. Es hat Spaß gemacht und war jeden Tag wieder spannend zu sehen, welches Motiv Du aus dem Hut zauberst. Auch Deine witzigen/nachdenklichen Texte zu den Bilder habe ich immer gerne gelesen.Die Idee mit einem „Projekt 52“ finde ich klasse. Wenn Du das für die Familie öffnest, würde ich da gerne mitmachen.

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